Initiation
Das Leben selbst ist voll von Initiationserfahrungen.
Alle größeren Probleme, die nach Bewältigung drängen, sind Meilensteine auf der Reise zu Reife und Verantwortlichkeit. Sie helfen uns, den persönlichen Sinn im Leben zu finden und zeigen uns, wer wir sind.
Bei einer traditionell gestalteten Initiation, die den Übergang von einer Lebensphase in eine andere besiegelt, trennt sich der Initiant von der Gemeinschaft. Er verbringt einige Tage alleine in der Natur und
hat Aufgaben zu bewältigen. Er kämpft mit Ängsten, „Monstern“ und „Drachen“, und kehrt gestärkt mit der inneren Kraft eines Helden zurück in die Gemeinschaft.
Mit der Natur auf Du und Du
In der initiatorischen Naturarbeit wird die wichtigste Lehrmeisterin
immer die Natur selbst sein. Du verbringst ein paar Tage unter freiem
Himmel, lebst mit dem Rhythmus von Tag und Nacht und dem Wechsel des
Wetters, trinkst Wasser und schläfst auf der Erde. Du verzichtest
bewusst auf die Annehmlichkeiten der Zivilisation. Die Haut zwischen
Dir und der Erde wird dünner und das eigene Innere scheint hervor.
Im Spiegel der Natur
Wenn Du mit der Natur kommunizierst, antwortet sie Dir auf oft
erstaunliche Weise. Da kann ein Rascheln im Laub, der Schrei
eines Tieres zur rechten Zeit oder eine emsige Ameisenkolonie Dir
Antworten auf dringliche Fragen schenken. Bäume, Felsen oder ein
Vogel "sprechen" zu Dir. Noch wunderst Du Dich... doch plötzlich
verstehst Du. Vielleicht erfährst Du etwas über den
Prozeß des Lebens und des Sterbens oder entdeckst etwas über
den inneren Zusammenhalt der Welt.
Zeremonien und Riten
Zeremonien und Riten kreieren einen besonderen, einen heiligen Raum. In
ihm haben Gesten, Handlungen und das eigene Wort eine tiefe und weit
reichende Bedeutung und Wirkung. Du lernst Zeremonien zu gestalten, die
für Dich selbst passend sind. Im Rahmen der Gruppe werden
gemeinschaftliche Zeremonien gefeiert, die Deine eigenen Erlebnisse
vertiefen.
Warum brauchen wir die Gruppe?
Leid und Schmerz, Freude und Erkenntnis wollen mitgefühlt, als
Bestandteil des Lebens öffentlich gewürdigt und in einen
größeren Sinnzusammenhang eingeordnet werden. So bekommt das
individuell Erlebte Bedeutung, und der Einzelne
erfährt sich als wertvollen Teil der menschlichen Gemeinschaft.
Das Medizinrad und die 4 Schilde
Viele Kulturen kennen das Rad oder den Kreis als Symbol, mit dem
verschiedene Aspekte einer Sache im Wandel dargestellt werden
können. Die indigenen Völker Amerikas nennen es das
Medizinrad, Europäer kennen das keltische Rad. Jede
Himmelsrichtung repräsentiert ein Element, eine Jahreszeit, eine
Phase des menschlichen Lebens, eine Seelenqualität. Die Stationen werden „Schilde“ genannt.
Die Zusammenhänge des Lebens von verschiedenen Seiten zu
beleuchten, wanderst Du symbolisch um das Rad,
gewinnst Einsichten und Erkenntnisse, die als Deine
„Medizin“ heilende Wirkung haben.
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